«SternPark» Hellbühl - Die Mohnblumen auf dem Dach

«SternPark» Hellbühl - Die Mohnblumen auf dem Dach

Ungefähr so stellt man sich ein kleines Paradies vor;

egal, wo es liegt. Natur pur.

Baureportagen sind so eine Sache für sich. Die einen begnügen sich damit, ein paar tolle Fotos zu schiessen, die PR-Floskeln der Verkaufsprospekte zu rezitieren und über die verwendeten Materialien möglichst viele Zeilen zu schreiben, was letztendlich weniger der Information als vielmehr dem Zeilenhonorar dient.

Doch abgesehen von den in den Werbesprospekten viel zitierten «exklusiven» oder «kostspieligen» Materialien, die ohnehin nur in Ausnahmefällen verwendet werden, sind moderne Neubauten in der Regel von der technischen Ausführung her beinahe identisch. Selbst die Architektur moderner Wohnbauten lässt kaum noch grosse Unterschiede erkennen; sie ergibt sich aus der vorhandenen Baulandfläche, den örtlichen Bauverordnungen, dem Kostendruck und den Wünschen und Vorstellungen der heutigen Generation: Grosse, helle Zimmer und riesige Balkonflächen. Fassadenfarben unterliegen ohnehin den Augen der Betrachter und dem ästhetischen Verständnis der Bauherrschaft. Das ist bei der «SternPark»-Überbauung nicht anders. Bautechnologie und Energie-Effizienz entsprechen modernsten Standards.

Ich konzentriere mich bei meinen Baureportagen mehr auf die Menschen und deren Leben in diesen modernen Wohngebilden. Da speziell Fotoreportagen fast ausschliesslich bei schönem Wetter stattfinden, erlebe ich die Menschen meistens ausgeglichen, zufrieden und in einem Zustand des Wohlfühlens. Das erleichtert meine Arbeit und macht sie spannend. Nur zufriedene Menschen sind auch bereit, hintergründiger über ihre Lebens- und Wohnsituation zu sprechen als nur über die – bei jedem Neubau vorkommenden – Baumängel zu lamentieren.

So machte ich mich denn bei herrlichstem Herbstwetter auf, die neue Wohnüberbauung «SternPark» in Hellbühl zu besichtigen. Um mir eine Vorstellung über die effektive Reisedistanz von der Stadt Luzern bis nach Hellbühl machen zu können, benutzte ich den öffentlichen Linienbus, der im 30-Minuten-Takt zwischen den beiden Orten verkehrt. Die Fahrzeit ab Bahnhof Luzern beträgt nicht einmal 20 Minuten, um genau zu sein exakt 19 Minuten. Kaum aus der Stadt, ziehen links und rechts herrliche Wiesen vorüber. Unberührte Natur vor den Toren Luzerns, wie die Verkäuferin (GEWAL Immobilien-Treuhand AG Luzern) auf der Website verspricht. Man glaubt es kaum und beinahe reut es einen als Stadtmenschen, dass die Fahrt mit dem Bus nicht länger dauert.

Kaum hat man die Dorfgrenze von Hellbühl erreicht, leuchten schon von weitem die türkisfarbenen Fassaden zweier Wohnblocks mit Eigentumswohnungen und eine diskrete Bautafel kündet davon, dass es sich hier um die Wohnüberbauung «SternPark» handelt. Die Einfamilienhäuser, von denen bis zur Fertigstellung der Gesamtüberbauung insgesamt 28 Stück gebaut werden, liegen etwas versteckt hinter den Wohnblocks.

Bei der Haltestelle «Post» steige ich aus und sehe mich erst einmal um. Bei der Bäckerei vis à vis herrscht ein reges Kommen und Gehen. Es ist Samstag. Einkaufstag. Um mir einen Eindruck über die Lage des «SternParks» von oben machen zu können, besichtige ich zuerst die Kirche, die den Dorfkern von Hellbühl dominiert und von wo man einen herrlichen Blick auf den «SternPark» und das faszinierende Panorama mit dem Pilatus und den Innerschweizer Alpen geniesst. Je nach Blickwinkel ist sogar die Rigi zu sehen. Wer in der Lage ist, solch‘ magische Momente und die Schönheit der Natur zu erfassen, braucht sich auch nicht zu fragen, woher der Name «SternPark» kommt. Man muss sich nur eine klare Herbstnacht und die Sterne am Firmament über Hellbühl vorstellen, dann weiss man es. Ungefähr so stellt man sich ein kleines Paradies vor; egal, wo es liegt. Natur pur. Und das kaum zehn Autominuten von Luzern entfernt. Steht so geschrieben auf der Website der Verkäuferin. Und es stimmt sogar. Keine der üblichen Übertreibungen, wie sie speziell das Immobilienmarketing hervor bringt.

Beeindruckt von der Stille, die in diesem Dorf herrscht, mache ich mich auf den Weg zum «SternPark» hinunter. Von oben sehe ich gleich hinter den Wohnblöcken die bereits fertig gestellten Einfamilienhäuser. Verschiedene Grössen, verschiedene Fassadenfarben. Die Architektur für mich perfekt an die Landschaft und die entsprechenden Parzellengrössen angepasst. Die einen Häuser mit etwas mehr, die anderen mit etwas weniger Umschwung. Trotz der 28 angepeilten Objekte bekommt man nie das Gefühl der Enge. Im Gegenteil, auf mich als Stadtmenschen, der sich der heutzutage notwendigen Verdichtung beim Bauen neuer Wohnanlagen bewusst ist, wirkt das Ganze sogar eher grosszügig.

Dann treffe ich auf die ersten Bewohner. Ich stelle mich kurz vor, erkläre, warum ich hier bin und frage, ob es erlaubt ist, ein paar Fotos zu knipsen. Ich bin erstaunt, wie nett und zuvorkommend die Leute hier sind. Immerhin bin ich ein «fremder» Eindringling, der erst noch die verdiente Wochenendruhe stört. Überall sehe ich vor den Häusern Schilder, die von Nachwuchs zeugen. Eine Dame vom «SternPark» meint denn auch mit einem Lächeln im Gesicht, dass hier fast alle schwanger seien. Das müsse wohl an der gesunden Luft liegen. Dem konnte ich, da mir andere Gründe dafür spontan nicht einfielen, nur zustimmen.

Die Mohnblumen vom «SternPark» Hellbühl

Die Mohnblumen auf dem Dach

Man spürt im «SternPark» schlicht und einfach das pulsierende Leben, hört Kinderlachen, sieht Leute, die Besuch empfangen und einen weissen Labrador, der sich auf einem der Rasengrundstücke austobt, dann aber meine Kamera doch eher etwas misstrauisch anschaut. Kein Problem; das ist seine angeborene Pflicht. Die Flachdächer sind bereits bepflanzt und bei einem sehe ich neben dem Kamin wunderbare, rote Mohnblumen auf dem Dach spriessen. Ich fragte die Besitzerin des Hauses, die sich an der herrlichen Herbstsonne in einem Liegestuhl räkelte, ob das denn wirklich Mohnblumen seien und ob sie diese selbst angepflanzt hätte. Sie war erstaunt, dass ich dieses kleine, doch eher unbedeutende, aber dennoch faszinierende Detail entdeckt hatte und erklärte mir, dass diese Blumen nicht eingeplant gewesen seien. «Der Wind hat sie wohl von der nahen Waldwiese auf das Flachdach getragen», vermutete sie. «Aber ich freue mich ebenfalls jeden Tag an ihrem Anblick», fuhr sie weiter. Im Laufe unseres etwas längeren Gespräches spürte ich, dass diese Frau richtig glücklich ist. Zufrieden, wie und wo sie lebt, und sie erklärte mir denn auch, dass der Bauleiter der ausführenden Totalunternehmung IGD Grüter AG aus Dagmersellen ein unglaublich toller Mensch sei und sich den Anliegen der Bauherrschaften annehme. «Ein richtiger Schatz!» Das hört man bei Baureportagen auch nicht alle Tage.

Angesteckt von all diesen zufriedenen und glücklichen Menschen trank ich vor der Heimreiseauf auf der herrlichen Sonnenterrasse vom Restaurant «Rössli», wo man übrigens sehr gut essen soll, einen Kaffee und sinnierte vor mich hin. Dabei fiel mir auf, dass dieses Kleinod «SternPark» in Hellbühl all diesen Menschen den unglaublichen Luxus vermittelt, einerseits mit einem Bein in der pulsierenden Stadt Luzern zu sein, mit dem anderen jedoch in der malerischen Landschaft der puren Natur von Hellbühl. Leben in der Stadt und wohnen auf dem Land in einem. Auch das trifft man nur noch äusserst selten an.

Ich kaufte in der Dorfbäckerei noch schnell ein «Suurteig»-Brot und fuhr mit dem Bus zurück in die Stadt. Nun wissend, dass Glück und Zufriedenheit eigentlich gar nichts mit Grundstücksflächen und Marmorböden zu tun hat, sondern eher mit wild wachsenden Mohnblumen, die der Wind aufs Flachdach getragen hat. Einfach so. Verstehen Sie jetzt, weshalb ich niemals für das Zeilenhonorar schreibe? Kein Zeilenhonorar kann mir je diese magischen Momente ersetzen.

Ich glaube, ich fahr' dann mal wieder nach Hellbühl.

Fotos / Reportage: J. Birrer

15.1.2016